Otto Gruppe entlässt bis zu 4000 Mitarbeiter allein in Deutschland

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Erst kürzlich war ich anhand der Zahlen von Otto ziemlich optimistisch und meinte, dem Versand-Konzern eine gute Gesundheit, dank neuer Einstellungen, bescheinigen zu können. Doch wenige Tage später kommt die Retourkutsche:

Der Otto Versand sieht laut NDR 4000 Stellen zur „Umstrukturierung“ vor,

neudeutsch für Entlassung oder schlicht Feuern. Angeblich sollen nicht alle davon entlassen werden. Was ich mir drunter vorstellen soll? Vermutlich Frührente oder Beurlaubung. Es geht um die Otto Gruppe, also auch Baur und Schwab sind betroffen. Die Marken sollen offenbar enger gekoppelt werden. Doch schon jetzt ist nicht nur die Baur-Produktpalette an vielen Stellen nur ein müder Abklatsch des Otto-Katalogs.

Ich bekomme persönlich etliche Kataloge von der Otto-Gruppe inklusive weniger bekannten wie Bonprix geschickt und ehrlich gesagt finden sich darin immer wieder die selben Produkte, Models und teils sogar Bilder. Soll das jetzt noch schlimmer werden? Dann kann ich wenigstens die ganzen Duplikate gleich wegschmeißen ohne sie überhaupt anschauen zu müssen.

Ich kann nur sagen: Wer entlässt, der ist ratlos und hat keine Strategie.

Bei Otto wird das besonders weh tun denn die Hauptvorteile vom Otto-Versand waren eben der gute Service sowie die Verlässlichkeit. Bei den Preisen konnte Otto schon lange nicht mithalten.

Angeblich zwingt Zalando dem Otto-Konzern diesen Weg auf. Doch mitnichten, denn während Zalando ganz ohne Gewinne zu machen expandiert und die Infrastruktur ausbaut ist bei Otto trotz Gewinnen Rückzug angesagt. Denn was macht ein Manager wenn die Konkurrenz droht Marktanteile abzujagen? Er gibt sie natürlich von selbst her.

Ratlosigkeit macht sich offenbar breit. Die einzig richtige Lösung wäre jetzt ebenfalls zu klotzen und genau da anzusetzen, wo Zalando Erfolg hat:

  • Mehr Werbung
  • einfachere Retouren
  • mehr Fokus auf das Internet.

Zalando pfeift schon aus dem letzten Loch wegen all der Retouren aber wenn Otto freiwillig aufgibt, wird sich der Neuling wohl doch durchsetzen, auch trotz Dauerverlusten.

Wenn ich bei Otto arbeiten würde, würde ich mich gleich proaktiv bei Zalando bewerben, bevor ich „umstrukturiert“ werde. Die 4000 beziehen sich zunächst nur auf Deutschland, obwohl vor Allem das Geschäft im Ausland schwächelt, etwa Frankreich. Wir dürfen also noch weitere Opfer erwarten. Denn mit weniger Leuten einen zunehmend stärker werdenden Gegner zu bezwingen ist sicherlich keine nachhaltige Strategie.

 

(Autor des Beitrags: Tadeusz)

*Quelle Versand: Wird es auch bei Otto bald so aussehen? Creative Commons Bild von Danko.Green.

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6 Gedanken zu “Otto Gruppe entlässt bis zu 4000 Mitarbeiter allein in Deutschland

  • 21. April 2012 um 12:50
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    Zalando wirbt regelrecht
    mit der Möglichkeit des Rückversandes

    steht ja schon oben in der Titelleiste der Website:

    „Kostenloser Versand und Rückversand“

    Warum nicht gleich schreiben:

    „Kauf und probier so oft Du willst –
    es entstehen keine Kosten !“

    Hier manövriert sich der Versandhandel in eine Sackgasse

    Erst wenn der letzte Verkäufer gegangen ist,
    wird der Käufer feststellen,
    das es doch teurer ist,
    mit dem Auto in einen Laden in die Stadt zu fahren,
    als ein paar Euro Rücksendekosten zu bezahlen

    Man sollte andere Wege suchen,
    um Mitbewerber auszuschalten,
    z.B.: besseren Kundenservice…

    Antwort
  • 27. April 2012 um 16:55
    Permalink

    Ja, ganz herrlich; auch in bin betroffen, nach „nur zwei lächerlichen Jahren“ in einem Kundencenter. Ich fing am 01. August 2010 dort als „Bestellerin“ an, machte dann zig Schulungen mit, um zum Kundenberater „aufzusteigen“, (keinen Mensch interessiert dies in der freien Wirtschaft; leider ist so, denn ein Kundenberater „draussen“, sei es Versicherung, Bank o. ä. ist schon deutlich höher angesiedelt). Dann kam die Einjahres-Verlängerung und nun ist endgültig Schluss Ende Juli 2012. Klar, werden welche übernommen. „Fest oder gar nicht“, hieß es. Andererseits werden auch wieder „neue junge Leute“ fast ohne jegliche Ausbildung eingestellt. Wer soll das verstehen? Was wirft dies für ein Licht auf so einen Weltkonzern? Nur gut, dass ich eine sehr gute kfm. Ausbildung habe. Diesem Unternehmen werden meine Familie, Freunde und meine Wenigkeit den Rücken kehren; denn so etwas ist mehr als beschämend!

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  • Pingback: Angst und Chaos beim Otto-Versand: Denn sie wissen nicht, was sie tun » Coupon Blog

  • 24. Mai 2012 um 10:47
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    4000 Stellen ist eine Ansage. Ich dachte eigentlich das Otto digital ganz gut aufgestellt ist (im Vgl zu Quelle). Es ist dann offensichtlich nicht gelungen die Ressourcen von traditionell (Print) auf digital zu shiften..

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