Otto geht in die Offensive, ein bisschen

Letzt Woche echauffierte ich mich über die chaotischen Vorgänge beim Otto Versand. Die Otto Group sorgte für so viel schlechte Presse und Stimmung, dass ich nur den Kopf schütteln konnte. Nun berichtet Horizont.net, eine Stimme der Werbebranche, über die Gegenoffensive, die Otto nun startet. Ich hatte ja dringend zu einer solchen geraten.

Und wie fällt die Offensive aus? Bieder. Otto geht „ein bißchen “ den Weg von Zalando, aber nur halbherzig und an der Zielgruppe vorbei.

Während Zalando mit fetzigen Spots das eindeutig jüngere Publikum anspricht, versucht Otto, mit seinen Werbeclips den betagten Mittelstand anzusprechen

bzw. die Kerngruppe ihrer bisherigen Kunden, wie mir scheint, bzw. den Mainstream. Der Werbespot ist brav und versucht, alle zufriedenzustellen, wird aber meiner Ansicht nach aufgrund des Larifari-Auftretens keine/n wirklich ansprechen. Damit lässt sich nicht mal der Eindruck übertünchen, den die Katastrophen-Meldungen der letzten Wochen gebracht haben.

Bezeichnend sind auch die Print-Medien, in denen die Otto-Reklame auftauchen soll. Laut Horizont.net sind es Zeitschriften wie

  1. Gala
  2. InStyle
  3. TV Movie
  4. Stern

welche die Print-Werbung bringen werden. Alles 30+ Titel. Oder gar 40+, wie neulich ein Plakat eine Party für das ältere Publikum bewarb. Ich bin ja selber bald 40+. Das ist ja nicht das Problem.

Das Problem ist, dass etwa die Zalando-Kundschaft, die nicht bei Otto kauft, nicht angesprochen wird.

Ähnlich verhält es sich mit der technikaffinen Gruppe, die Piratenpartei wählt. Die wird wohl kaum ihre Technik beim Otto Versand bestellen aufgrund dieser Anzeigen.  Dort also auch Fehlanzeige. Bezeichnend ist auch das, was Otto im Internet machen will: „Bewegtbild-Banner“ zuallererst! Oh mein Gott? Hat Ihnen keine/r etwas von Banner-Blindheit, Werbeblockern etc. erzählt bzw. dass animierte Werbung einfach nur nervtötend ist?

Meine Damen und Herren, so funktioniert das heutzutage nicht. So gewinnen Sie keine Kunden von Zalando oder Technik-Shops zurück, ganz im Gegenteil. Ach so, junge Menschen kaufen Möbel auch lieber bei Ikea.

Entlassungen und langweilige Werbung sind Taktiken von gestern, eine zukunftsfähige Strategie sieht anders aus. Aber wer bin ich alter Mann, um darüber zu urteilen, schaut Euch selbst den Spot bei Otto an und urteilt. Vielleicht ist langsam das neue Fetzig?

Das Startbild des Werbespots ist jedenfalls ebenso bezeichnend, alle sind eingepennt. Siehe oben.

 

(Autor des Beitrags: Tadeusz)

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