20 gratis Geschenkideen: Gutscheine mal anders und mehr

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Nicht nur zu Weihnachten bedeuten Feiertage, Geburtstage oder andere Feierlichkeiten oftmals vor allem eins: Stress. Zunächst gilt es, mehr zu arbeiten oder das Geld anderswo einzusparen, dann hektisch in der Stadt oder langwierig im Internet etwas zu finden, das nicht nur den eigenen Ansprüchen genügt, sondern auch anderen Menschen gefällt. Es bleibt noch weniger Zeit und Geduld für Familie und Freunde.

„Zeit ist Geld“ heißt es oft, um die Dringlichkeit, keine Zeit zu verschenken, zu betonen.

Dabei haben heutzutage die wenigsten Zeit und die, die welche haben, können oft nichts damit anfangen, weil sie nicht wissen wie – ohne Geld. Dabei ist Schenken und Feiern zuallererst etwas, das positive Gefühle und Zeit abverlangt.

Besser noch: Zeit schenken, vor allem Kindern, Großeltern oder anderen Angehörigen

ist oft wichtiger als ein oft nutzloses Geschenk, das in letzter Minute bei Tchibo ergattert wurde. Nichts gegen Tchibo, es geht nur darum, sinnvoll einzukaufen.

Manchmal ist Kaufen eben nicht die beste Geschenkidee. Das x-te Spielzeug, das neueste Gadget oder ein weiteres Schmuckstück machen nicht glücklicher. Ist der Mensch satt und versorgt, kann er sein Glück nur durch mehr Zeit mit anderen Menschen vergrößern.

Zeit ist oft mehr wert als Geld.

Deswegen und auch, weil die meisten immer weniger Geld zur Verfügung haben, geht der Trend zu weniger Geschenken. Dagegen werden gratis Geschenkideen immer populärer. Vor allem Kinder und Eltern aus Familien, die nicht im ewigen Wettlauf von „größer, höher, weiter“ mitmachen wollen, glänzen mit Erfindungsreichtum.

Selbst gemachte Gutscheine verschenken

Nicht nur Shops bieten Gutscheine an, ein Gutschein kann selbst gemacht werden. Darauf kann sehr vieles stehen. Einige Beispiele, die nicht nur für Kinder geeignet sind, auch für erwachsene Partner oder gar Eltern:

  • einen Nachmittag etwas basteln (siehe unten)
  • eine Schach-Partie spielen oder auch Mensch-Ärgere-Nicht
  • eine Geschichte erzählt bekommen
  • einmal oder mehrmals Staub saugen
  • einmal oder mehrmals abwaschen
  • einmal oder mehrmals Wäsche waschen
  • das Fahrrad sauber machen und ölen
  • das Auto von innen und außen reinigen

Etwas basteln

Auch, wenn es zum Basteln etliche Produkte gibt, lässt sich auch gratis sehr schön basteln: In fast jedem Haushalt gibt es Dinge, die völlig ausreichend sind, um etwas zu basteln und sei es einfach Papier:

Bewegen und Sport treiben

  • Spazieren – Wie oft gehen Sie spazieren? Wie oft tun sie es mit Menschen, die Ihnen nahe sind? Wenn sie nicht gerade einen Hund haben, dann wohl sehr selten. Ein Gutschein-Folder für 10 Spaziergänge zu zweit sollte da Abhilfe schaffen. Medizinische Studien haben ergeben, dass auch nur ein Spaziergang pro Tag, der kaum länger als eine halbe Stunde dauert, schon enormen Zugewinn für die Gesundheit bedeutet. Allerdings ist der gehetzte Weg zur Arbeit nicht unbedingt als solcher Spaziergang einzustufen.
  • Flanieren – Die nächsthöhere Stufe des Spazierens ist das Flanieren. Vor Hundert  Jahren flanierten die Adligen und das gehobene Bürgertum andauernd. Es gehörte sich so. Erst die Massenproduktion von Autos und daher die Verstopfung der Straßen hat dem Flanieren den Garaus gemacht. Das Flanieren verbindet den Spaziergang mit dem sprichwörtlichen „Sehen und Gesehen-werden“ und macht ihn somit zum gesellschaftlichen Erlebnis. Auch dabei ersetzt oft der Hund den vormals üblichen Sonnenschirm, den zumindest die Damen trugen, aber auch ohne Hund ist es möglich. Das Tempo muss gesenkt werden und die Augen offener werden für das Umfeld. So werden wir ansprechbar oder erwidern zumindest die Blicke der anderen. Im Winter lässt sich das notfalls in einem Shopping-Center tun.
  • Gegend erkunden – Studien haben gezeigt, dass die meisten Menschen nur wenige Wege immer wieder gehen, also etwa den Weg zur Schule/Uni/Arbeit, dann den Weg zum Training und schließlich den zur Kirche. Zum Supermarkt hingegen wird schon das Auto genommen. Kinder lernen früh, dass alles, was unbekannt ist, eine potentielle Gefahr darstellt und werden daher auch vom Befriedigen der natürlichen Neugier bewahrt. Dabei ist das Erkunden der Gegend ein sehr interessantes Ziel eines Spaziergangs, gerade mit Kindern. Mir passiert es häufig, dass ich Straßenzüge oder Gegenden, in denen ich einige Monate nicht mehr war, plötzlich nicht wiedererkenne. Häuser werden gebaut oder renoviert, Läden entstehen und verschwinden. Aber auch auf dem Land oder gerade dort bietet die Natur umso mehr einzigartige Änderungen, die es wert sind, bemerkt zu werden.
  • UmherschweifenDas Umherschweifen ist ebenfalls eine weiterentwickelte Form des Spaziergangs, es dient, ähnlich wie beim Erkunden, auch dazu, neue Wege zu beschreiten und, ähnlich wie beim Flanieren, mit den Menschen aus der Gegend in Kontakt zu treten. Beim Umherschweifen liegt das Ziel aber darin, von vornherein möglichst da entlang zu gehen, wo wir sonst nicht hingehen. Extreme Verfechter/innen dieses Prinzips gehen dabei über Dächer und durch Katakomben. Es genügt aber, sich ein System auszudenken, wie Sie gehen wollen, etwa an drei Abbiegungen nacheinander jeweils nach rechts und die nächsten drei dafür nach links zu gehen statt geradeaus, oder eben ganz geradeaus, so nah wie möglich an den Hindernissen vorbei, die wir sonst meiden.
  • Parkour – Parkour ist ein Trendsport, der zunächst in Frankreich populär wurde, auch dort, wo das Flanieren und das Umherschweifen quasi „erfunden“ wurde. Parkour bedeutet schlichtweg Hindernislauf. Dinge, die im Wege stehen, wie Geländer, Barrieren, Mauern, werden dabei als Bereicherung des eigentlichen Weges gesehen. Insbesondere Kinder und Jugendliche lieben Parkour – Kinder von Natur aus, sie wollen auf Stangen balancieren, Hindernisse überspringen und auf kleine Mauern klettern. Statt Angst um Ihr Kind zu haben, geben Sie ihm Hilfestellung und unterstützen es dabei. Richtiges Parkour verlangt zwar stetiges und teils hartes Training, aber für viele Jugendliche ist das weit sicherer als Skateboard, Inliner oder BMX-Fahren, weil die Geschwindigkeiten viel geringer sind. Es lässt sich fast überall praktizieren und bringt auch weniger Verletzungsgefahr mit sich. Sie können sich mit ein wenig Kreativität sogar einen Parcour selbst im Garten zusammenstellen.
  • Schnitzeljagd – Es gibt wenige Dinge aus meiner Kindheit, an die ich mich erinnere, aber die Schnitzeljagden gehören dazu. Allein, wie wir abends oder nachts aus dem Bett geholt wurden, dann mit Taschenlampen als Gruppe durch die Gegend zogen, war schon ein Erlebnis. Aber dann die Hindernisse oder eher, anders als beim Parkour, die Prüfungen, die wir bestehen mussten und schließlich der Schatz, der am Ende auf uns wartete. Dabei war der Schatz nichts Materielles, es war etwa die Lösung eines Rätsels oder eine Geschichte. Wenn Sie Ihren Kindern ein unvergessliches Erlebnis schenken wollen, machen Sie eine Schnitzeljagd!
  • Schlitten fahren oder Radtour unternehmen – Je nach Wetter ist entweder ein Nachmittag Schlitten fahren oder eine kleine Radtour in die nahe Umgebung eine nicht zu unterschätzende Attraktion für kleine Leute, aber auch für Erwachsene kann es einen Spaß bedeuten. Die Radtour muss auch gar nicht groß geplant sein und das Rad erst mühsam per Auto oder Nah- und Fernverkehr irgendwo hingebracht werden. Fürs Schlittenfahren müssen es auch nicht gleich die Alpen sein, der Hügel hinterm Haus oder am Ende der Straße genügt völlig.

Die Geschenkideen mögen zunächst etwas spröde und allzu naheliegend erscheinen, aber wie oft widmen Sie sich schon Ihren Kindern mit voller Aufmerksamkeit? Wie oft entlasten Sie Ihren Ehepartner bei der Hausarbeit oder wie oft verbringen Sie wertvolle Zeit mit Ihren etwas weiter entfernten Angehörigen?

Statt nur ans Essen oder gar den Alkohol zu denken, wäre es oftmals viel schöner, eben solche banalen Dinge zu „feiern“ und danach zu verschenken. Vor allem wäre es auch gesünder.

Arm ist nicht unbedingt der Mensch, der nicht genug Geld hat, sondern die oder der, der nicht genug Zeit hat für seine Liebsten, weil er mit Geldverdienen und -ausgeben schon vollauf beschäftigt ist.

Wer diese Dinge als nicht genug ansieht, um sie zu verschenken, der kann diese Anregungen schlicht als Ideen für angenehme Feiertage betrachten, um sich selbst und die Kinder zu beschäftigen. Ein Geburtstag, Jahrestag oder das Fest der Liebe ist jedenfalls kein Schlussverkauf.

Ein Feiertag ist vor allem auch dazu da, miteinander Zeit zu verbringen.

Das können ein paar kreative Einfälle, die nichts kosten, nicht schaden.

Für all diejenigen, die etliche Neffen, Cousins oder Enkel haben, ist vielleicht doch auch die eine oder andere Geschenkidee dabei. Auf jeden Fall sind einige davon besser als das x-te Plastik-Spielzeug Made in China oder zu viel Nascherei.

* Bild von D Sharon Pruitt.

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